Ersatzneubau Thomas-Wimmer-Haus (TWH)

21. April 2026

Zukunftsfähige TGA‑Planung für sozialen Wohnungsbau in München

Projektüberblick

Mit dem Ersatzneubau des Thomas-Wimmer-Hauses (TWH) entsteht im Auftrag der Landeshauptstadt München, vertreten durch die Münchner Wohnen Service GmbH, ein zukunftsorientiertes Wohngebäude, das soziale Verantwortung, funktionale Architektur und moderne Gebäudetechnik vereint.

Der Neubau umfasst insgesamt 159 Wohnungen mit weitgehend einheitlicher Grundrissgestaltung. Sieben Wohneinheiten sind rollstuhlgerecht ausgeführt und tragen so zu einer barrierefreien Nutzung bei. Ergänzt wird das Wohnangebot durch Räumlichkeiten für psychosoziale Betreuung sowie eine Tagespflegeeinrichtung für Seniorinnen und Senioren. Diese Nutzungsvielfalt fördert ein sozial ausgewogenes Miteinander und stärkt die Quartiersstruktur.

Im Untergeschoss sind Kellerabteile sowie eine Tiefgarage untergebracht, die den funktionalen Anforderungen des innerstädtischen Wohnungsbaus Rechnung tragen.der Planung weiter geschärft – für Projekte, die technisch exzellent, energieeffizient und zukunftsfähig sind.

Thomas Wimmer Haus, TWH, München

Aufgabenstellung: TGA‑Planung mit Fokus auf HLS

Unsere Leistung im Projekt umfasst die Planung der Technischen Gebäudeausrüstung (TGA) mit dem Schwerpunkt auf den Gewerken Heizung, Lüftung und Sanitär (HLS). Dazu zählen ebenso die Gebäudeentwässerung sowie die Wasserversorgung.

Ziel der Planung ist eine ganzheitliche technische Konzeption, die:

  • einen hohen thermischen Komfort gewährleistet,
  • eine angenehme und gesunde Raumluftqualität sicherstellt,
  • und eine hygienisch einwandfreie Trinkwasserversorgung bietet.

Besonderes Augenmerk liegt auf den Anforderungen des sozialen Wohnungsbaus. Gefordert sind Lösungen, die wirtschaftlich, ressourcenschonend und gleichzeitig robust sowie langlebig sind. Neben niedrigen Investitionskosten spielt dabei vor allem eine kosteneffiziente Betriebsweise über den gesamten Lebenszyklus des Gebäudes eine zentrale Rolle.

Besonderheit: Einsatz von Fertignasszellen

Ein wesentlicher Baustein für die effiziente Umsetzung des Bauvorhabens ist der Einsatz von Fertignasszellen. Diese Bauweise wurde im Rahmen der durch das Kommunalreferat freigegebenen Entscheidungsvorlage vorgesehen und bietet zahlreiche Vorteile für Planung und Ausführung.

Die industrielle Vorfertigung der Nasszellen:

  • verkürzt die Bauzeit deutlich,
  • reduziert Schnittstellen zwischen den einzelnen Gewerken,
  • erhöht die Ausführungsqualität durch standardisierte Prozesse,
  • und sorgt für einen reibungsloseren Bauablauf auf der Baustelle.

Für die TGA‑Planung bedeutet dies eine besonders enge Abstimmung zwischen Architektur, Haustechnik und Ausführung, um die technische Integration der HLS‑Komponenten optimal umzusetzen.

Effiziente Warmwasserbereitung über Fernwärme

Ein zentrales Element des energetischen Gesamtkonzepts ist die Warmwasserbereitung über das Fernwärmenetz der Stadtwerke München. Die Warmwassererzeugung erfolgt zentral im Durchflussprinzip, wodurch Wärme ausschließlich bei tatsächlichem Bedarf bereitgestellt wird.

Diese Auslegung ermöglicht eine besonders energieeffiziente Nutzung der Fernwärme und verzichtet bewusst auf großvolumige Warmwasserspeicher.

Strahlpumpe als Schlüsselkomponente

Ein technisches Kernstück der Anlage ist die eingesetzte Strahlpumpe, die eine optimale hydraulische Einbindung von zwei Wärmetauschern sicherstellt. Durch diese Lösung kann die Rücklauftemperatur in das Fernwärmenetz auf einem sehr niedrigen Niveau gehalten werden – ein entscheidender Faktor für die Systemeffizienz und die Wirtschaftlichkeit des Betriebs.

Vorteile der gewählten Warmwasserlösung

Die gewählte Ausführung bietet mehrere überzeugende Vorteile:

  • Hohe Energieeffizienz
    Durch das Durchflussprinzip entstehen nahezu keine Speicherverluste, wodurch der Energieeinsatz minimiert wird.
  • Optimierte Rücklauftemperatur
    Die Strahlpumpe sorgt für einen effizienten Wärmetauscherbetrieb und unterstützt die energetischen Vorgaben des Fernwärmenetzes.
  • Hygienischer Betrieb
    Der Verzicht auf dezentrale Warmwasserspeicher reduziert das Risiko einer Legionellenbildung erheblich.
  • Kompakte Bauweise
    Große Warmwasserspeicher entfallen, wodurch weniger Platz im Technikraum benötigt wird.
  • Nachhaltige Wärmeversorgung
    Die Nutzung der umweltfreundlichen Münchner Fernwärme führt zu einer deutlichen Reduktion des CO₂‑Ausstoßes.

Diese Lösung verdeutlicht, wie durch präzise Planung, technisches Know-how und den gezielten Einsatz moderner Komponenten eine effiziente, hygienische und nachhaltige Warmwasserversorgung realisiert werden kann.

Fazit

Der Ersatzneubau des Thomas-Wimmer-Hauses zeigt exemplarisch, wie sich sozialer Wohnungsbau, wirtschaftliche Anforderungen und moderne TGA‑Konzepte erfolgreich miteinander verbinden lassen. Durch den Einsatz innovativer Planungsansätze, effizienter Energielösungen und einer konsequenten Ausrichtung auf Lebenszykluskosten entsteht ein Gebäude, das sowohl den heutigen als auch den zukünftigen Anforderungen gerecht wird.

Architekturbüro: Palais Mai

Visualisierungen: Architekturvisualisierung Nadine Kuhn

Mehr erfahren: http://www.stadlerengineering.de

Kontakt: Gern stehen wir für Fragen und Projektanfragen zur Verfügung.

Ersatzneubau Thomas-Wimmer-Haus (TWH)

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